Offener Brief an die Partei Die LINKE, Isabelle Vandre, Jan van Aken bzgl. im Internet verbreiteter Vorwürfe gegen Kirsch & Drechsler

Sehr geehrte Frau Vandre,
sehr geehrter Herr van Aken,

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut.
Sie ist dafür da, Debatten zu ermöglichen. Kritik zu äußern. Macht zu hinterfragen.

Aber sie ist nicht dafür da, falsche Tatsachen zu verbreiten, Menschen öffentlich an den Pranger zu stellen und Unternehmen mit immer neuen Schlagworten zu diffamieren – ohne auch nur einen einzigen hinreichenden Beleg zu liefern.

Genau das geschieht seit Monaten.

In sozialen Medien werden über mein Unternehmen und über mich persönlich schwerwiegende Vorwürfe verbreitet. Es ist von „Miethai“, „Mieten-Mafia“ und davon die Rede, wir würden Mieter „rauswerfen“, „terrorisieren“ oder mit unlauteren Methoden aus Wohnungen drängen. Diese Begriffe werden wiederholt – von Parteikanälen, von Funktionsträgern, von politischen Akteuren.

Was dabei fehlt, ist das Entscheidende:
Nachvollziehbare Beweise. Konkrete Fälle. Nachprüfbare Tatsachen.

Wer solche Vorwürfe öffentlich erhebt, muss sie auch belegen können.
Wir fordern Sie daher auf: Nennen Sie konkrete Fälle. Legen Sie uns Beweise vor, die für uns überprüfbar sind. Solange das nicht geschieht, bleiben es das, was sie sind – haltlose Unterstellungen.

Stattdessen werden diese Behauptungen immer wieder zitiert und weiterverbreitet. Auch in Teilen der Berichterstattung wurden sie vielfach wiederholt, ohne dass jemals eingefordert wurde, die Anschuldigungen tatsächlich zu belegen.

Wir haben unsere Arbeitsweise offen erklärt, Hintergründe dargestellt und Fragen beantwortet. Doch die zentrale Frage blieb oft aus:

Wo sind die Beweise für diese Vorwürfe?

Die Antwort ist klar: Es gibt keine.

Fakt ist:
Kirsch & Drechsler Hausbau GmbH besitzt keine eigenen Mietwohnungen. Wir errichten Wohnungen und verwalten sie im Anschluss – das Tätigkeitsspektrum einer klassischen Hausverwaltung. Kündigungen können ausschließlich Eigentümer aussprechen – und auch nur, wenn gesetzliche Voraussetzungen vorliegen. Die von Ihnen behauptete Praxis, wir würden selbst Mieter kündigen oder „rauswerfen“, ist schlicht unzutreffend.

Fakt ist auch:
Wenn Wohnungen verkauft werden, bemühen wir uns regelmäßig um sozialverträgliche Lösungen. Dazu gehören Gespräche, Unterstützung beim Wohnungswechsel und – wo Käufer dazu bereit sind – finanzielle Hilfen für betroffene Mieter. Rechtlich verpflichtet wären wir dazu nicht. Wir tun es trotzdem.

Fakt ist ebenfalls:
Begriffe wie „Mieten-Mafia“ oder „terrorisieren“ unterstellen kriminelles oder menschenverachtendes Handeln. Das sind keine zugespitzten politischen Formulierungen mehr, sondern massive persönliche Diffamierungen.

Und ja – dagegen wehren wir uns juristisch. Nicht, um Kritik zu unterdrücken. Sondern weil Meinungsfreiheit dort endet, wo falsche Tatsachen verbreitet und Menschen gezielt verunglimpft werden.

Besonders bitter ist: Die Folgen treffen nicht nur mich. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auf Grundlage dieser Darstellungen beschimpft und angefeindet. Menschen, die täglich professionell und lösungsorientiert arbeiten – oft im direkten Austausch mit Mietern.

Noch bedauerlicher ist der Umgang mit echtem Dialog.
Als die Geschäftsführerin unseres Unternehmens eine öffentliche Mieten-Veranstaltung besuchte – um zuzuhören, Fragen zu stellen und das Gespräch zu suchen – wurde ihre Anwesenheit im Nachhinein als „Einschüchterungsversuch“ dargestellt. Dabei sprach sie nach der Veranstaltung offen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, auch mit Menschen anderer politischer Überzeugung. Ein lebendiger, respektvoller Austausch – gelebte Demokratie.

Demokratie lebt von genau solchen Begegnungen. Es braucht Mut, sich in eine kritische Runde zu setzen, zuzuhören und sich dem offenen Austausch zu stellen. Dass dieser Schritt später negativ ausgelegt wurde, ist ein fatales Signal für jede Form von Dialogbereitschaft.

Seit über 30 Jahren engagieren wir uns in Potsdam im Wohnungsbau und in der Verwaltung. Über 1.000 Wohnungen wurden von uns saniert oder neu gebaut. Auch mietpreisgebundene Wohnungen – ohne „zweite Klasse“, ohne schlechtere Ausstattung. Wohnraum entsteht nicht durch Schlagworte, sondern durch Arbeit, Planung, Risiko und Investitionen.

Immer wieder wird zudem ein angeblicher Interessenkonflikt konstruiert, weil ich kommunalpolitisch tätig bin und im Bauausschuss sitze.

Auch hier gilt: Die Unterstellung ersetzt nicht den Beweis.

Es ist doch selbstverständlich, dass Menschen ihre berufliche Kompetenz auch politisch einbringen. Eine Krankenschwester engagiert sich sinnvollerweise im Gesundheitsausschuss, ein Handwerksmeister im Wirtschaftsausschuss – und ein Immobilienökonom im Bauausschuss. Fachwissen dort einzubringen, wo es gebraucht wird, ist kein Interessenkonflikt, sondern gelebte Verantwortung.

Im Bauausschuss werden überwiegend Projekte diskutiert, die bereits verkauft sind oder sich in fortgeschrittenen Planungsstadien befinden. Wenn dort tatsächlich persönliche wirtschaftliche Vorteile zu holen wären, säßen vermutlich deutlich mehr Bauträger in diesem öffentlich tagenden Gremium.

Und für alle Fälle, in denen eine inhaltliche Nähe bestanden haben könnte, gilt: Ich habe mich bei entsprechenden Abstimmungen stets nachweislich enthalten. Die Protokolle der Stadtverordnetenversammlung sind öffentlich einsehbar.

Gleiches gilt für meine Wahl in den Aufsichtsrat der ProPotsdam. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft steht nicht in Konkurrenz zu unserem Unternehmen. Dort bringe ich meine fachliche Erfahrung in Bau-, Miet- und Wirtschaftsthemen ein – nicht private Interessen.

Frau Vandre, Vertreterinnen und Vertreter der Linken:
Wenn Sie Vorwürfe erheben, dann legen Sie hinreichende Beweise vor. Wenn Sie Kritik üben wollen, dann lassen Sie uns darüber sprechen – öffentlich, transparent und faktenbasiert.

Ich lade Sie erneut ein:
Lassen Sie uns diese Punkte in einer öffentlichen, moderierten Veranstaltung sachlich diskutieren. Mit Fakten. Mit Raum für Nachfragen. Vor Publikum.

Denn eine lebendige Demokratie braucht Streit in der Sache –
aber keine Kampagnen auf Basis von Unterstellungen.

Wolfhard Kirsch